Bootsfahrt auf der Seine in Paris

Historie

Die Anfänge

Die Vedettes du Pont Neuf werden 1959 von Emile Azam gegründet. Nachdem dieser in den 1950er Jahren als Vertreter eines Bootsbauunternehmens (Rocca) in La Varenne Saint-Hilaire an der Marne tätig gewesen war, startet er in das Pariser Abenteuer.

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Die erste Niederlassung in Paris liegt in der Nähe des Louvre, Quai du Louvre, am rechten Seine-Ufer. Die Symoun, ein Passagierschiff aus Holz mit einer Kapazität von 30 Personen, das bereits auf der Marne eingesetzt worden war, ermöglicht von April bis September 30-minütige, nicht kommentierte Kreuzfahrten auf der Seine.

Der Bau einer ersten Vedette aus Stahl mit 50 Sitzplätzen beginnt 1960 in Concarneau: die Rocca I. Emile Azam erkennt allerdings schnell, dass diese bereits zu klein ist. So wird schon 1962 eine zweite Vedette mit einer Kapazität von 112 Plätzen von den Chantiers de Concarneau ausgeliefert: die Rocca 2. 1964 wird die Rocca verkauft, um den Bau der Rocca 3 zu finanzieren und 1966 folgt bereits die Rocca 4.


Die ersten Schritte

1967 wird der Betrieb vom Quai du Louvre an den Square du Vert Galant auf der Ile de la Cité verlegt. Dieser Umzug wurde aufgrund des Baus der Schnellstraße Georges Pompidou erforderlich. In Concarneau wird ein 25 m langer Anleger gebaut, um den drei Booten der Flotte Platz zu bieten.

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1970 holt Emile Azam seinen 16 Jahre alten Neffen Eric Levavasseur ins Geschäft. Die Rocca 5 gesellt sich zur Flotte der bereits vorhandenen Schiffe. 1977 bittet Eric seinen Bruder Xavier, auch in den Betrieb einzusteigen.

Die Passagierzahl wächst stetig. 1980 wird die Hydaseine, ein Schiff mit einer Kapazität von 250 Plätzen von den Chantiers du Trait in der Nähe von Rouen gebaut. Dieses neue, größere Schiff ermöglicht die Veranstaltung von Eventabenden (150 bis 200 pro Jahr). Der nur 25 Meter lange Anleger wird zu klein: 1982 wird die Fläche verdoppelt und durch eine Bar ergänzt.

Parallel dazu werden Themenkreuzfahrten und Kreuzfahrten mit Mittagessen und Show in den Restaurants an der Marne angeboten und in einem Jahr von über 10.000 Passagieren gebucht. Im Rahmen der Entwicklung dieser neuen Produkte wird der Kauf eines neuen Schiffs mit 150 Plätzen unerlässlich: die Vert Galant, die 1985 angeschafft wird.

Das Passagieraufkommen ist so groß, dass das Unternehmen 1989 anlässlich der Zweihundertjahrefeiern der Revolution den Bau eines Schiffs mit 350 Plätzen beschließt, das auf den Namen Europa getauft wird. Dieses in der Werft Chantiers de la Haute Seine in Villeneuve le Roi gebaute Schiff ist das erste völlig offene Schiff auf der Seine.

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Die Geschmäcker ändern sich und die Kunden wollen Sonne! Auf dem Dach der Hydraseine wird eine Terrasse eingerichtet, wodurch die Kapazität des Schiffs von 250 auf 350 Plätze gesteigert werden kann. Die Firma verkauft die Rocca 3 an die Bateaux de l’Erdre und die Rocca 5 wird in den Hafen von Nogent an die Marne verlegt. Es wird im Rahmen eines Pachtvertrags immer noch eingesetzt, in dessen Rahmen Kreuzfahrten mit Stopps von Nogent-sur-Marne bis nach Joinville-le-Pont organisiert werden, und fährt außerdem um die Inseln Perreux und Bry im ehemaligen Land der Guinguettes: in mancher Hinsicht eine Rückkehr zu den Ursprüngen.


Die Reife

In der Werft der Chantiers de la Haute Seine wird ein Schiff mit einer Kapazität von 550 Plätzen in Auftrag gegeben, das im Frühjahr 1994 unter dem Namen Parisis den Betrieb aufnimmt. Die Vedettes du Pont Neuf verfügen damit über eine Empfangskapazität von 1250 Plätzen/Stunde für die drei großen Einheiten, ergänzt durch die Rocca 2 als Aushilfsschiff und die Vert Galant, ein vielseitig eingesetztes Schiff für Empfänge und Kreuzfahrten.

Das Unternehmen, das sich einer immer stärker werdenden Konkurrenz durch für Empfänge ausgelegte Schiffe konfrontiert sieht, beschließt, sich der täglichen Restauration zu öffnen. Es investiert in eine Bordküche auf der Vert Galant.
Die Geschäfte wachsen weiter, so dass eine neue Firma für diese Aufgaben gegründet werden muss: Die Croisières du Pont Neuf erblicken das Licht der Welt. Diese neue Struktur ermöglicht ein Aufstocken des Verkaufspersonals, das für diese neue Entwicklung unverzichtbar ist.

Die Ergebnisse lassen nicht auf sich warten. 15.000 Personen werden im ersten Betriebsjahr verpflegt. In diesem Jahr 1998 wird ebenfalls klar, dass die Anfragen nach Empfängen und Events nicht mehr befriedigt werden können. Ein anderer Standort muss geschaffen werden. Außerdem nimmt der Tourismus in Paris immer weiter zu: Eine immer größere Anzahl von Reisebussen steuert die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten im Stadtzentrum an. Der Verkehr und die Parkplatzsituation entwickeln sich zu einem immer größeren Problem und die Stadt beschließt einschränkende Maßnahmen. In Bercy entsteht der europaweit größte Autobusparkplatz neben dem Palais Omnisports und dem zukünftigen Bercy Village. Die Grundlage für das Aufblühen des Pariser Ostens ist gelegt.


Die Entwicklung des 2. Jahrtausends.

Das Unternehmen wagt den Schritt und tätigt bedeutende neue Investitionen. 1999 sind alle Voraussetzungen für den Bau der Marina von Bercy gegeben.

Die Vedettes du Pont Neuf heben ein neues Schiffsunternehmen aus der Taufe: Das neu gegründete Unternehmen Bercy Navigation baut gemeinsam mit Luc Devillers ein neues Restaurantschiff mit 250 Gedecken, die Grand Pavois, und einen 60 m langen Anleger, den Ponton Emile. Die Grand Pavois präsentiert ein modernes und revolutionäres Konzept: sie verfügt über einen Diesel-Elektro-Hybridantrieb. Der Anleger seinerseits ist mit einer Bar, einem Seminarraum, einer Terrasse für 200 Gedecke, einem Parkplatz, einem Terassenkai und einem 150 m langen Strand ausgestattet.

Das Schiff Vert Galant, Restaurantschiff mit 100 Gedecken, dass bereits am Pont-Neuf in Betrieb ist, siedelt in den Port de Bercy um, die Rocca 4, ein Schiff mit 112 Passagierplätzen wird in ein Restaurantschiff mit 50 Gedecken umgebaut und komplettiert die Flotte in der Marina von Bercy, um so den Kundenanforderungen besser gerecht zu werden.

Leider zeichnet sich dieses Jahr 1999 nicht nur durch Freude und Hoffnung aus, es ist auch das Todesjahr des Patriarchen Emile Azam. Mit seinem Tod schließt sich ein Kapitel in der Geschichte der Vedettes. Sein Neffe Eric Levavasseur wird zum Präsidenten des Aufsichtsrats gewählt, unterstützt von seinem Bruder Xavier. Das Unternehmen bleibt weiterhin ein reiner Familienbetrieb ohne externe Beteiligung: Brüder, Schwestern, Eltern, Onkel und Tanten teilen sich die Teilhaberschaft am Unternehmen. An ihrer Seite arbeitet ein solides und langjähriges Führungsteam im täglichen Geschäft mit einer seltenen „häuslichen“ Philosophie. Das Abenteuer geht weiter

Die Arbeiten am Anleger am Pont Neuf – Erweiterung und komplette Renovierung – werden Ende 1999 bis 2000 ausgeführt.

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Um seine kommerzielle Entwicklung optimal zu gestalten, hat Bercy Navigation, das die Marke Marina de Bercy betreibt, ihr Kapital der Gruppe Divercity / Cityrama geöffnet, dem Weltmarktführer im „Bus-Sightseeing“. Durch die Vereinigung zwischen den beiden Gruppen wird die Kreation neuer kombinierter Besichtigungsprodukte für Paris ermöglicht, zum Beispiel Rotationen ab dem Eiffelturm, mit Stopp bei Notre Dame und am Louvre, die von den Bateaux Parisiens unter der gemeinsamen Marke „Navicité“ angeboten werden.

Ende 2007 übernehmen Les Vedettes du Pont Neuf die Kontrolle der Firma Canauxrama mit ihrer 25-jährigen Erfahrung auf den Kanälen der Ile de France, der Marne, der Oise und der Seine. Vier für Kanal und Fluss geeignete Schiffe vergrößern das Potential der Vedettes du Pont Neuf.


Auf internationaler Ebene

Gleichzeitig beteiligen sich die Navettes du Pont Neuf an der Entwicklung und dem Aufbau eines Passagierschiffunternehmens in Rom. Diese neue Firma beteiligt sich an der Ausschreibung der Stadt Rom, die Kreuzfahrten auf dem Tiber ermöglichen will. Das Schifffahrtsunternehmen Battelli di Roma wird im April 2003 gegründet und betreibt aktuell 6 Schiffe auf dem Tiber.

Im Rahmen einer kommerziellen Entwicklung auf europäischer Ebene werden Abkommen zwischen 3 Schifffahrtsunternehmen abgeschlossen: den City Cruises in London, dem größten Unternehmen der englischen Metropole, den Vedettes du Pont Neuf in Paris und Battelli di Roma in Rom. Gemeinsame Aktionen wie ein europäischer „Touristen-Pass“ und andere Entwicklungsprojekte in Frankreich und in Europa sind in Arbeit.


Ein Blick zurück

Über 50 Jahre sind vergangen. Der Tourismus hat immer stärker zugenommen. Die Ufer der Seine wurden zum Welterbe der UNESCO erklärt. Die Brücken sind beleuchtet und Paris macht ihrem Namen als Stadt der Lichter alle Ehre.

Die Vedettes du Pont Neuf haben immer weiter investiert. Die Firma hat sich entwickelt und strukturiert und blickt mit Zuversicht in die Zukunft.

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